Bach bleibt am Bodden: CDK kämpft für Erhalt des Instituts für Kirchenmusik
Die Fraktion Christlich Demokratische Konservative (CDK) bringt in der nächsten Sitzung der Greifswalder Bürgerschaft eine Beschlussvorlage zum Erhalt des Instituts für Kirchenmusik und Musikwissenschaft an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald ein. Das Institut bildet seit Jahrzehnten die wissenschaftliche und künstlerische Grundlage der Greifswalder Bachwoche, die in diesem Jahr ihr 80-jähriges Jubiläum begeht. „Bach bleibt am Bodden“ – so lautete 1997 die Schlagzeile, als die Kirchenmusikschule dauerhaft als Institut an der Universität Greifswald verankert wurde.
Für die CDK-Fraktion ist diese Aussage heute aktueller denn je. Nach Auffassung der CDK-Fraktion würde eine Schließung des Instituts die Bachwoche in ihrer heutigen Form erheblich gefährden. Das Festival zieht Jahr für Jahr rund 10.000 Besucher nach Greifswald und ist die älteste Festivalveranstaltung des ganzen Landes! Die Fraktion erinnert zudem an die besondere historische Rolle des Instituts und der Bachwoche. In der DDR waren kirchliche Kulturveranstaltungen wichtige Räume für gesellschaftlichen Austausch und unabhängiges Denken. Der Greifswalder Dom, Hauptveranstaltungsort der Bachwoche, war im Herbst 1989 zugleich Zentrum der Friedlichen Revolution in der Stadt. „Das Institut steht nicht nur für musikalische Ausbildung und wissenschaftliche Forschung. Es steht auch für eine Tradition von Freiheit, Verantwortung und Bürgergesellschaft. Es darf nicht die Axt an unsere Kultur angelegt werden. Wer dieses Institut schließt, kappt ein Stück kulturelles Gedächtnis unserer Stadt“, erklärt Hochschild.
Mit ihrer Beschlussvorlage fordert die CDK-Fraktion die Bürgerschaft auf, sich ausdrücklich zum Erhalt des Instituts zu bekennen, das Land Mecklenburg-Vorpommern zum Umdenken aufzufordern und den Oberbürgermeister zu beauftragen, gegenüber Universität, Wissenschaftsministerium und Landtagsfraktionen die Bedeutung des Instituts für die Stadt Greifswald und die Bachwoche darzulegen.
„Eine Stadt, die ihr ältestes und bekanntestes Musikfestival feiert, darf nicht tatenlos zusehen, wenn gleichzeitig dessen institutionelle Grundlage in Frage gestellt wird. Wer die Bachwoche erhalten will, muss auch das Institut erhalten. Die Bachwoche ist nicht alles, aber ohne Bachwoche ist alles nichts“, so Axel Hochschild, Vorsitzender der CDK-Fraktion.